Kleines Techniktagebuch

—Das beste Werkzeug ist ein Tand in eines tumben Toren Hand (Konfuzius Peng)

Messleitung mit Triaxstecker für Keithley 616 Elektrometer

Angeregt durch einen Beitrag des Crawley Amateur Radio Clubs möchte ich hier meine eigenen Erfahrungen mit zweinasigen Triaxbuchsen schildern.
Diese werden hauptsächlich bei älteren Messgeräten für kleinste Ströme/Spannungen eingesetzt, wie z. B. beim Keithley 616 (einem Elektrometer):

Triaxbuchse

(Neuere, aber ebenfalls dreipolige Buchsen besitzen drei Nasen, um ein Verwechseln  mit BNC-Steckern zu vermeiden, siehe Quelle)

Entsprechend schwierig sind passende Stecker bzw. fertig konfektionierte Kabel zu bekommen. Lediglich bei Helmut Singer wurde ich fündig, für einen Aufpreis von etwa 100€ erhält man ein original Keithley-Messkabel, Typ 6011 (aber auch nur in Verbindung mit einem Keithley-Messgerät). Das ebenfalls zu diesem stolzen Preis angebotene, neugefertigte Messkabel besitzt erwartungsgemäß drei Nasen.

Ein gutes Angebot ist hingegen der (gebrauchte) Triaxstecker mit zwei Nasen zu einem Bruttopreis von 5,89€ (Stand März 2013); eine gründliche Reinigung hatte meiner allerdings nötig. Er ist für eine Triaxleitung mit einem Außendurchmesser von 12,3mm geeignet. Nachdem ich nur ein deutlich dünneres (4mm) Triaxkabel auftreiben konnte, entschied ich, dass für „normale“ Messungen zunächst ein Koaxialkabel genügt; zum Einsatz kam das bekannte und beliebte RG58. Mit Hilfe dreier Lagen Schrumpfschlauch konnte dieses auch mechanisch stabil zugentlastet werden (Quetschverschraubung).

Der Steckeranbau war einfach durchzuführen (vor allem hat man mehrere Versuche, da alle Verbindungen reversibel sind); das Resultat ist in der folgenden Bildergalerie dokumentiert:


Die Messung eines 1GΩ-Widerstandes gelingt damit ohne Probleme…

Messung eines 1GΩ Widerstandes

…für größere Widerstände (ein Elektrometer besitzt einen Eingangswiderstand in der Größenordnung von 100TΩ) ist ein Guard-Schirm aber unabdingbar. Für eine Zusammenstellung von Low Level Messtechniken sei die entsprechend titulierte Publikation von Keithley Instruments empfohlen:

Keithley Low Level Measurements