Kleines Techniktagebuch

—Das beste Werkzeug ist ein Tand in eines tumben Toren Hand (Konfuzius Peng)

Shell Retinax G

In regelmäßigen Abständen erreichen mich Anfragen, woher man das — fast schon legendäre — Shell Retinax G, früher unter dem Vertriebsnamen Ambroleum bekannt, noch beziehen kann. Dieses wird empfohlen für

  • diverse Klassiker (Trabant, Auto-Union, DKW, Wartburg und Motorradgetriebe)
  • die turnusmäßige Wartung von Fernschreibern (z. B. Siemens T100

Shell Retinax G Tuben
Hier die Antwort: Retinax G wird seit einigen Jahren nicht mehr produziert! Als Ersatztypen wurden auf einer Seite die Typen Shell Retinax CS 00 oder Shell Alvania GL 00 genannt; da es sich hierbei um Schmierfette handelt, scheint mir diese Empfehlung aber nicht ganz einleuchtend.

Leider habe ich versäumt, mich mit einer ganzen Wagenladung an Ambrosia Ambroleum einzudecken, so dass ich nur den Hinweis geben kann, sich einfach mal nach Getriebefließfett umzusehen — mir scheint, dass solche Sorten noch von diversen anderen Mineralölkonzernen produziert werden, die ähnliche Eigenschaften wie Retinax G aufweisen. (Da ich aber weder Tribologe, noch Schmierstoffhändler bin, ist dies ist also keine offizielle Antwort, für die ich irgendwelche Gewähr übernehme!)

Retinax G besitzt eine Walkpenetration von 400-430 · 0.1mm (was der NLGI-Klasse 00 entspricht) und einen Tropfpunkt von 140°C; weitere Daten finden sich hier:

Aktuelle Datenblätter lassen sich übrigens über den Shell-Produktkatalog abrufen!

Falls also jemand einen Vergleichstyp findet, freue ich mich (und wahrscheinlich alle, die später vorbeikommen) über einen Kommentar!

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  1. renato

     /  3. Mai 2013

    Die Firma Addinol stellt weiter Getriebe-Fliessfette her, die Typen SGA 600 und PG-00, wobei letzteres NLGI-Klasse 00 hat, aber lithiumbasiert ist. Das andere hat Klasse 0, ist Natriumverseift wie das Retinax.

    r.

    Antworten
  2. Es gibt noch Getriebefließfette auf Natriumseifen-Basis. Diese sind sehr gut geeignet, da die Natriumseifen-Verdicker langfaserig in ihrer Struktur sind. Man sollte aber Lithiumseifen-Getriebfließfette nicht mit Natriumseifen-Getriebefließfetten mischen, die Verdicker sind unverträglich, die Verdickerstruktur fällt zusammen und das Fett verliert seine Schmiereigenschaft. Auch sollte man die Grundöle bei Vermischungen betrachten. Wir haben ein „Getriebefließfett 14W“, mit Walkpenetration 425 bis 455 x 0,1mm, NLGI Klasse 00/000 und einem Tropfpunkt von 140°C, DIN Bezeichnung GP 00/000 H-30.

    Grüße
    Thomas

    Antworten
    • E.Neumann

       /  25. Juni 2013

      Hallo Thomas,
      könne Sie mir die genaue Bezeichnung und Hersteller Name senden.
      Ich find im Netz das Getriebefett nicht. Dankeschön.
      Mit freundlichen Grüßen
      E.Neumann

      Antworten
  3. Hallo an Alle,

    hier meldet sich ein Schmierstoffproduzent.
    Wir produzieren ein ähnliches Getriebfleißfett, welches gerne in Oldtimerfahrzeugen eingesetzt wird.

    Weiterhin bieten wir niedrig legierte Einbereichsmotorenöle für den Oldtimerbereich an und helfen Ihnen gerne bei Ihren Problemen.
    Gerade für undichte Motoren bieten wir Ihnen ein hochviskoses 10W60 an.
    Bei Interesse melden sie sich unter info@finke-oil.de

    Liebe Grüße

    Antworten
  4. Thomas

     /  21. Juli 2016

    Hallo noch einmal an Alle,

    auf Grund der vielen Anfragen möchte ich hier noch einmal das Thema „Fettvermischung“ ansprechen. Wer Shell Retinax G in seinem Getriebe oder Aggregat hat, sollte nur mit einem gleichwertigen Produkt (Fließfett auf Natriumbasis, gleiche Eigenschaften) auffüllen oder dieses ersetzen. (siehe obige techn. Daten)
    Auf keinen Fall Lithiumseifenfett mit Natriumseifenfett vermischen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

    Antworten
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